Magazin Luftfeuchte 2020 AUG 01

Autor:
Christian Bremer

Regelungskonzepte für die Luftbefeuchtung

Sehr geehrte Leser,

die Auswahl des geeigneten Regelsystems für einen bestimmten Anwendungsfall ist abhängig von Regelstrecke, zulässiger Regeltoleranz, Feuchteerhöhung und Zulufttemperatur.

Neben dem Schwierigkeitsgrad der Feuchteregelstrecke, der gewählten Regeleinrichtung sowie der Einstellung der Regelparameter wird die Regelgüte eines Feuchte-Regelkreises aber auch durch den Befeuchter selbst stark beeinflusst. Überdimensionierte Befeuchterleistungen können im unteren Teillastbereich ein ungünstiges Regelverhalten aufweisen.

In diesem Fall ist darauf zu achten, dass auch im unteren Teillastbereich eine stetige Leistungsregelung möglich ist. Bei der Luftbefeuchtung wird zwischen „isothermer” Befeuchtung (Dampf) und „adiabater” Befeuchtung (Zerstäuben, Verdunsten) unterschieden. Obwohl die Dampf-Luftbefeuchtung streng genommen keine exakt isotherme Zustandsänderung darstellt, wird die auftretende geringfügige Erwärmung der Luft für die Betrachtung der Regelprinzipien vernachlässigt. Bei adiabater Luftbefeuchtung tritt dagegen eine merkliche Temperaturabsenkung auf. Diese muss durch geeignete Heizregister ausgeglichen und deshalb auch bei der gewählten Regelstrategie berücksichtigt werden.





Arten der Feuchteregelung

Gemeinhin wird zwischen Raum-Feuchteregelung bzw. Abluft-Feuchteregelung und Zuluft-Feuchteregelung unterschieden. Welche Regelvariante zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Anlagenkonzeption und der Aufgabenstellung ab.


Raum- und Abluft-Feuchteregelung

In Klimaanlagen wird vorzugsweise die Raum- bzw. Abluft-Feuchteregelung angewandt. Dabei ist der Regelfühler im Raum selbst oder im Abluftkanal platziert. Durch die große Distanz zwischen Dampfverteiler und Feuchtefühler ist normalerweise eine sehr gute Durchmischung der Luft gewährleistet.

Die Regelstrecke bei dieser Art der Feuchteregelung zeichnet sich durch ihre große Speichermasse aus und erleichtert ein stabiles Regelverhalten.





Zuluft-Feuchteregelung

Die Zuluft-Feuchteregelung wird dort eingesetzt, wo dies aus anlagentechnischen Gründen erforderlich ist. Hierzu zählt beispielsweise eine zentrale Luftbefeuchtung mit nachfolgenden Zonenabgängen, welche individuell nachbefeuchtet werden. Selbst Raum- bzw. Abluft-Feuchteregelungen können die regeltechnischen Eigenschaften einer Zuluft-Feuchteregelung aufweisen, wenn das Raumvolumen sehr klein oder die Luftwechselraten sehr hoch sind. Der Regelfühler ist bei dieser Regelvariante im Zuluftkanal nach dem Dampfverteiler platziert. Wegen der geringen Speichermasse zwischen Dampfverteiler und Feuchtefühler ist der Schwierigkeitsgrad der Regelstrecke üblicherweise hoch.





Zum Thema Regelung von Luftbefeuchtungssystemen gibt es von Condair auch einen Planungsleitfaden, der Sie bei der Auswahl der richtigen Feuchteregelung unterstützen soll. Die einzelnen Beschreibungen sind jeweils beispielhaft und sollen die Grundprinzipien verdeutlichen. Bei den schematischen Darstellungen sind die Zusammenhänge dargestellt, welche die Regelung der Feuchte betreffen. Auf darüber hinausgehende Regelabläufe wird nicht eingegangen.

Über den nachfolgenden Link können Sie die Broschüre kostenfrei beziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Bremer
Geschäftsführer Condair GmbH